Multiple Persönlichkeit

Bei der multiplen Persönlichkeitsstörung (auch dissoziative Identitätsstörung genannt) zerfallen Denken, Handeln, Erinnerung und Identität, so dass sich mehrere Persönlichkeiten bilden können, die meistens nichts voneinander wissen. Die Störung entsteht häufig aufgrund schwerer traumatischer Erfahrungen im Kindesalter, bei denen sich die Persönlichkeit aufspaltet. Die verschiedenen Anteile der Persönlichkeit existieren nebeneinander und wechseln einander ab. In der Regel wissen sie nichts voneinander, haben unterschiedliche Charaktere, Vorlieben, Fähigkeiten und Erinnerungen.
Laut Internationaler Klassifikation psychischer Störungen (ICD-10) müssen für die Diagnose einer multiplen Persönlichkeitsstörung folgende Symptome vorliegen:
‒ Zwei oder mehrere unterschiedliche Persönlichkeiten innerhalb eines Individuums, von denen zu einem bestimmten Zeitpunkt immer nur eine nachweisbar ist.
‒ Jede Persönlichkeit hat ihre eigenen Erinnerungen, Vorlieben, Fähigkeiten und Verhaltensweisen.
‒ Jede von ihnen übernimmt zu einer bestimmten Zeit (auch wiederholt) die volle Kontrolle über das Verhalten der Person.
‒ Die Betroffenen sind nicht in der Lage, sich an wichtige persönliche Informationen zu erinnern, sofern diese eine andere Persönlichkeit betreffen, die gerade nicht „anwesend“ ist.
‒ Die Symptome treten nicht aufgrund einer organischen Störung wie z.B. Epilepsie oder aufgrund von Drogenmissbrauch auf.

Lit.: ICD-10-WHO, internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme. 10. Revision ‒ WHO-Ausgabe / 2010.
Setze ein Lesezeichen für den Permalink.