Müller von Mühlenfels, Johann

Auch Müllenfels (* um 1578/79 Wasselnheim/Wasselonne, Elsass; † 30.06.1606 Stuttgart), deutscher Alchemist am Hof des alchemiegläubigen Herzogs Friedrich von Württemberg.
Nach einer Lehre in Esslingen als Barbier (wozu damals auch chirurgisches Handwerk gehörte) ging M. auf Wanderschaft nach Ungarn, Schlesien und Italien. In Florenz traf er den Alchemisten Daniel Ra(d)polt, der ihn in die Alchemie einführte. In Prag erlangte er durch unlautere Experimente die Gunst Kaiser Rudolphs II., der ihn 1603 sogar adelte. Für sein vorgebliches Wissen zur Goldmacherei kam er zu viel Geld und trat 1604 in den Dienst des Herzogs von Württemberg. Offiziell war er aber Hofdiener und Hofalchemist. 1605 reiste er nach Spanien und Italien. Zum Verhängnis wurde ihm schließlich eine Intrige gegen den berühmten Alchemisten Michael Sendivogius, woraufhin ihn der Herzog 1606 wegen Betrugs, Meineids und Verrats (nicht wegen betrügerischen Goldmachens) hinrichten ließ. Der Umstand, dass M. bei seiner Goldmacherei nicht vorankam und seine Betrügereien immer offensichtlicher wurden, erleichterte dem Herzog die Entscheidung.
M. war der letzte, aber nicht der einzige in Stuttgart hingerichtete Alchemist. Zehn Jahre zuvor war dieses Schicksal schon Georg Honauer widerfahren. Auch an anderen Orten drohte überführten Goldmachern die Todesstrafe. In Brandenburg z.B. traf es Domenico Manuel Caetano und in Sachsen Johann Hektor von Klettenberg.

Lit.: Priesner, Klaus/Figala, Karin: Alchemie (Hrsg.): Lexikon einer hermetischen Wissenschaft. München: Beck, 1998.
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