Mudra

(Skrt., „das, was Freude bringt“, ursprüngl. „Siegel“), symbolische Handgeste, die im täglichen Leben (Gruß-Geste Namaste), in der religiösen Praxis und im indischen Tanz Anwendung findet. Mud bedeutet Freude, ist aber auch Geste, um den Göttern zu gefallen. Ra meint „das, was gibt“.
M.-Gesten werden heutzutage vor allem mit dem Hinduismus und dem (esoterischen) Buddhismus in Verbindung gebracht. Einerseits wollen sie eine religiöse Symbolik zum Ausdruck bringen, andererseits haben sie ‒ z.B. als Teil einer Reinigungshandlung ‒ eine ganz konkrete Funktion. Bei der Darstellung von Gottheiten spielen M.s eine wesentliche Rolle. Hand- und Fingerstellung verweisen dabei für gewöhnlich auf eine Tätigkeit, die Ausdruck einer Idee des oder der Dargestellten ist, so z.B. die besonders im Buddhismus bekannte abhayamudra („Fürchte dich nicht“) oder die dharmachakra-Mudra (Zeichen des „Raddrehens“), welche auf die Lehrtätigkeit Buddhas hinweist, die in Sarnath, im Bundesstaat Uttar Pradesh, ihren Ausgang nahm.

Im tantrischen Buddhismus gehören zu einem M. stets ein Mantra und ein Mandala, die zusammen die drei Geheimnisse des Universums widerspiegeln: Gedanke, Wort und Tat.
Nicht zuletzt kommen M.s auch in einigen Richtungen des Yoga zum Einsatz.

Lit.: Da Silva, Kim: Gesundheit in unseren Händen: Mudras – die Kommunikation mit unserer Lebenskraft durch unsere Hände. Überarb. Neuausg.. München: Droemer/Knaur, 2008.
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