Mozart, Wolfgang Amadeus

Eines der allumfassendsten musikalischen Genies aller Zeiten, schuf in seinem kurzen Leben (* 27.01.1756 Salzburg; 05.12.1791 Wien) unvergängliche Werke.
M.s Kompositionen sind nicht zuletzt durch einen symbolhaften Charakter gekennzeichnet. Bestimmend für seine Beziehungen zur Symbolik waren verschiedenste Faktoren seiner Umwelt, wie familäre Bindung, historische Werkkenntnis, Traditionseinfluss und schließlich die Freimaurerei. Verantwortlich für die Einbringung von Symbolik in seine Musik zeichnen die Begegnung mit dem Barock (Bach, Händel) sowie sein Eintritt in die Wiener Freimauererloge „Zur Wohltätigkeit“ 1784. Auch besuchte er regelmäßig eine zweite Wiener Loge, Zur wahren Eintracht, in welcher der Illuminat Ignaz von Born Stuhlmeister war.
Der Barock-Tradition entstammt das Motiv der chromatisch absteigenden Quarte, die M. z.B. in „Don Giovanni“ als Schmerz- und Todessymbol einsetzt. D-Moll als Zentraltonart gibt das Unheimliche, das Dämonische wieder. Bei den Instrumenten symbolisieren Posaunen und tiefe Fagotte die Welt des Übernatürlichen bzw. das Jenseitige sowie die Feierlichkeit sakraler Szenen.
In vielerlei Hinsicht zeigt M.s musikalisches Schaffen freimaurerischen Einfluss. So komponierte er eine Reihe von Werken, die als musikalische Umrahmung des Rituals gedacht waren, außerdem die „Maurerische Trauermusik“ und mehrere Kantaten mit freimaurerischen Anklängen. Als „Hohelied“ des Freimaurertums gilt schließlich „Die Zauberflöte“ mit ihrer Verherrlichung der Humanitätsidee. Als Symbolstück zeigt sie den Konflikt zwischen dem Weiblichen und dem Männlichen, zwischen den Sphären des Tages und der Nacht, zwischen Gut und Böse. Sowohl im Libretto als auch in der Musik scheint die Symbolwelt der Freimaurer durch, wobei die Zahl Drei eine besondere Rolle spielt. So bringt sie die Freimaurer-Ideale Weisheit, Stärke und Schönheit zum Ausdruck, ebenso die rituellen Einweihungsgrade Lehrling, Geselle und Meister sowie Bibel, Winkelmaß und Zirkel als die drei großen „Lichter“. Weitere Dreiergruppierungen in der Oper: die drei Prüfungen des Trios Tamino, Pamina und Papageno; drei Musikinstrumente: Flöte, Glockenspiel, Hirtenpfeife Papagenos; usw.

Lit.: Deutsch, Otto Erich (Hrsg.): Mozart. Die Dokumente seines Lebens. Kassel, 21961; Lurker, Manfred: Wörterbuch der Symbolik. Stuttgart: Kröner, 5., durchges. u. erw. Aufl. 1992; Lennhoff, Eugen/Posner, Oskar/Binder, Dieter A.: Internationales Freimaurerlexikon. München: F.A. Herbig, 2000.
Setze ein Lesezeichen für den Permalink.