Mot

Der Tod (Todesgott) in der Mythenwelt des altorientalischen Stadtstaates von Ugarit und der Kanaaniter. M. bedeutet noch im heutigen Arabisch einfach „Tod“.
Der ugaritische Gott M. verkörperte alles Lebensbedrohende, die Dürre, die Unfruchtbarkeit, er gab den Herrn der dunklen Unterwelt, den mächtigen Gegenspieler des Ba’al, der mit dem Spenden von Leben und fruchtbringendem Regenwasser in Zusammenhang gebracht wurde. M. hingegen war der alles verschlingende Tod in Gestalt einer mächtigen Persönlichkeit, die selbst den großen Ba’al (den „Herren“) zu vernichten vermochte. Er war jedoch nicht für immer unüberwindlich. So steigt die Liebesgöttin Anat in das „Leichenhaus der Erde“ hinab, und es gelingt ihr, den Todesgott zu besiegen. Doch Mot erwacht nach einer Siebenjahresperiode neu. Aufgrund der Drohung des El, des höchsten Herrn der Götterwelt, überlässt er dem Ba’al die Herrschaft, so dass das Leben eine neue Periode der Herrschaft antreten kann. Der allmächtige Tod hat nur begrenze Herrschaft, immer wieder erhebt sich das Leben.

Lit.: Biedermann, Hans: Dämonen, Geister, dunkle Götter. Lexikon der furchterregenden mythischen Gestalten. Graz: Leopold Stocker, 1989.
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