Moshe ben Shem Tov de Léon

(* Um 1250 Guadalajara oder León, Spanien; † 1305 Arévalo), ursprünglich ein Anhänger des Maimonides, später Kabbalist.
Als spanischer Mystiker des Judentums schloss sich M. der örtlichen Gruppe von Kabbalisten an und wurde von Todros Abulafia und Joseph Gikatilla beeinflusst. Um 1286 vollendete er eine umfangreiche Textsammlung in aramäischer Sprache, eine Art „mystischen Midrasch“, wie er es nannte, der einen Haupteil des Sohar eines der wichtigsten Werke der Kabbala bildet. M. lebte eine Zeitlang in Guadalajara, später in Valladolid und Ávila. Zwischen 1290 und 1300 verbrachte er einige Jahre auf Wanderschaft und kam dabei mit anderen Mystikern in Kontakt. Von den etwa 20 Büchern, die er veröffentlichte, sind die meisten nur mehr als Fragmente erhalten.

Lit.: Metzler-Lexikon jüdischer Philosophen: philosophisches Denken des Judentums von der Antike bis zur Gegenwart / hrsg. von Andreas B. Kilcher und Otfried Fraisse unter Mitarb. von Yossef Schwartz. Darmstadt: Wiss. Buchges., 2003.
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