Mose(s)

(Hebr. Mosche; griech. Mō(y)sēs; arab. Mūsā), Zentralfigur im Pentateuch. Nach biblischer Überlieferung führte M. (Dtn 34,10) als von Gott Beauftragter das Volk der Israeliten auf einer vierzig Jahre währenden Wanderung aus der ägyptischen Sklaverei in das kanaanäische Land.
Der Bericht von der Geburt des M. in Ex 2,1-10 enthält keinen Personennamen und rechnet seine Eltern dem Stamm Levi zu. Der Stammbaum des M. findet sich in Ex 6,14-27. Diese Angabe wird der priesterschriftlichen Redaktion zugerechnet und nennt Amram als Vater, dessen Tante Jochebed als Mutter und Aaron als Bruder des M. (vgl. 4,17; die Schwester der beiden hieß Mirjam).
Nach Ex 2,1-10 sei M. nach seiner Geburt am Ufer des Nil ausgesetzt worden, die Tochter des Pharao habe ihn gefunden und eine hebräische Frau – die leibliche Mutter des Kindes – als Amme bestellen lassen. Nach der Stillzeit habe die Tochter des Pharao das Kind als Sohn angenommen und ihm den Namen Mose gegeben.
In Ex 2,11-22 wird von der Flucht des M. nach Midian berichtet. Angeleitet von der Episode des brennenden Dornbusches im Berg Horeb, dem „Berg Gottes“, ist in Ex 3,1- 4,17 von der Offenbarung JHWHs an M. die Rede und von dem ihm auferlegten Auftrag, nach Ägypten zurückzukehren und das Volk Israel von der Knechtschaft zu befreien.
Die Aufforderung des M., die Israeliten in die Wüste ziehen zu lassen, damit sie „ein Fest feiern können“, habe der Pharao abgelehnt, bis die letzte der wegen dieser Ablehnung über Ägypten gesandten Plagen – der Tod aller ägyptischen Erstgeborenen – gekommen sei (Ex 7,14; 12,29-34).
Nach Dtn 34 sei M. schließlich mit 120 Jahren auf dem Berg Nebo im Ostjordanland gestorben, nachdem er von diesem Berg aus das Land jenseits des Jordan erblickt hatte. In dieses Land habe er wie alle anderen Israeliten seiner Generation nicht eintreten dürfen (vgl. Num 14,20-23; Dtn 4,21f.). M. sei „gegenüber Bet-Pegor“ an einem unbekannten Ort beigesetzt worden.
Für den islamischen Glauben ist M. (Mūsā) neben Abraham (Ibrāhīm), Jesus (ʿĪsā) und Mohammed ein bedeutender Prophet Gottes und wird im Koran als Empfänger „des Buches“ bezeichnet (Sure 2,53.87; Sure 28,43).

Lit.: Eckart, Otto (Hrsg.): Mose: Ägypten und das Alte Testament. Stuttgart: Verlag Katholisches Bibelwerk, 2000.
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