Moses, William Stainton

Pseud. M.A. Oxon (* 05.11.1839 Donington, Lincolnshire; † 05.09.1892 Bedford, England), anglikanischer Geistlicher, Medium.
M. ging in Bedford zur Schule, später auf die University College School in London (UCS) und auf das Exeter College in Oxford. 1870 wurde er als Priester der Church of England ordiniert.
1872 begann M. Medien zu studieren und an Séancen mit verschiedenen Medien teilzunehmen, darunter Lottie Fowler, später Charles Williams und Daniel Dunglas Home. Nach Einführung in den Spiritismus beanspruchte er für sich, Levitation herbeiführen zu können. Parallel dazu veröffentlichte er Bücher, wobei er behauptete, Geister hätten ihm die Inhalte eingegeben. 1878 publizierte er Psychography. A Treatise on One of the Objective Forms of Psychic or Spiritual Phenomena. Dabei erfand er das Wort psychography als Bezeichnung für das von den Spiritisten behauptete automatische Schreiben. Das Phänomen soll dadurch zustande kommen, dass ein von einem Geist geführtes Medium Dinge aufschreibt, auf die es selbst keinen Einfluss hat.
M. war ein sehr frühes Mitglied der Society for Psychical Research (SPR), aus der er 1887 nach Veröffentlichung einer Reihe von Publikationen durch die SPR, in denen die Betrügereien des angeblichen Mediums William Eglinton offengelegt wurden, wieder austrat. Auch die „Geisterfotografie“ von Edouard Isidore Buguet unterstützte er weiterhin, obwohl man diesen bereits als Betrüger entlarvt hatte ‒ genauso wie M. dann selbst entlarvt wurde.

Lit.: Rigg, J.M.: Moses, William Stainton (1839-1892), in: Oxford Dictionary of National Biography.
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