Mortpetten

Auch Mortbeten (lat. mortem petere, „Totbeten“), mittelalterliche Form der Schwarzen Magie; nach theologischem und religionswissenschaftlichem Verständnis kein Gebet, sondern ein verbaler Schadenzauber.
Eine Variante bildet das Totsingen, z.B.: Ps 109,8ff.: „ Nur gering sei die Zahl seiner Tage, sein Amt soll ein andrer erhalten. Seine Kinder sollen zu Waisen werden und seine Frau zur Witwe…“
Das sog. M. wurde schon von dem Franziskaner Berthold von Regensburg (1220-1272) in seinen Predigten gegeißelt. Es kann auch als Gegensatz zum Gesundbeten aufgefasst werden, aber nur dann, wenn dieses weniger auf Gebet als auf Magie beruht.

Lit.: Bonin, Werner F.: Lexikon der Parapsychologie und ihrer Grenzgebiete. Bern/München: Scherz, 1976; Habiger-Tuczay, Christa: Magie und Magier im Mittelalter. München: Diederichs, 1992.
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