Als Königin der Nachtmahre gedeutet, leichenfressende Dämonin in der keltischen Überlieferung eines mutterrechtlichen Fruchtbarkeitskultes; Seherin für Schlachtenglück und -unglück. Durch ihre schwarze Krähengestalt erinnert sie an die Raben des germanischen Gottes Odin. Noch in der mittelhochdeutschen Dichtung ist M. als „Kundrie“ eine schwarzvermummte Botin des Totenreiches und im Zusammenhang mit dem Geheimnis des Gral eine Unglücksseherin.
Lit.: Holzapfel, Otto: Lexikon der abendländischen Mythologie. Freiburg i.Br.: Herder, 2002.