Morgan, Nanny

(1789-1857), als Hexe verrufene Engländerin. Sie stammte aus Westwood Common bei Much Wenlock (Shrophshire). Wenngleich Hexerei in England schon lange nicht mehr als Vergehen galt, war man im ländlichen Gebiet immer noch der Ansicht, dass mache Menschen negative Kräfte besäßen. Von M. behaupteten die Nachbarn, dass sie den Bösen Blick habe, sich mit Hexerei befasse und eine Wahrsagerin sei. Die einen mieden sie, die anderen kamen von weit her, um sich beraten zu lassen.
Ihr Mieter, William Davis, wollte aus ihrem Haus ausziehen, hatte aber Angst, dadurch ein Opfer der Magie der alten Frau zu werden. Ortsbewohner rieten ihm zum Ritual des Hexenkratzens, um sich von ihrer Macht zu befreien. Wenig später sah man ihn, wie er in blutbefleckten Kleidern das Haus verließ, während man M. mit mehreren Stichwunden tot auffand. Davis gestand die Tat, erklärte jedoch, dass er die Frau nicht töten wollte, sondern lediglich versucht habe, sich mit etwas Blut von ihrem Einfluss zu befreien.
Als die zuständigen Behörden niemanden fanden, die Frau aufzubahren, begrub man sie in den Kleidern, die sie bei ihrem gewaltsamen Tod getragen hatte.

Lit.: Pickering, David: Lexikon der Magie und Hexerei. Augsburg: Bechtermünz Verlag, 1999.
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