Mora, Hexen von

Opfer einer Hexenpanik, die Mitte des 17. Jahrhunderts in der mittelschwedischen Provinz Dalarna ausbrach. 1669 kam es bei mehreren Bewohnern von Mora und Umgebung zu seltsamen Vorfällen, in die auch Kinder verwickelt waren. Die Betroffenen fielen in tiefe Ohnmacht, litten an heftigen Nervenstörungen und Krämpfen, verzerrten die Gesichter und phantasierten. Die Nachricht davon verbreitete sich über das ganze Land, sodass sich der König genötigt sah, Bevollmächtigte nach Mora zu entsenden, die nach königlicher Instruktion mit den öffentlichen Richtern und nahezu sämtlichen Predigern der Provinz ein Gesamtgericht bildeten, um die Sache an Ort und Stelle gerichtlich zu untersuchen. Vom Ernst der Lage überzeugt, verhängte die königliche Kommission schließlich über mehrere Personen, darunter auch Kinder, die Todesstrafe.
Die Hexenpanik, bei der Teufel- und Zauberglaube sich derart selbst übernommen hatten, dass er mit einem Male einen Kulminationspunkt erreichte, führte dazu, dass Hexenprozesse in Schweden kurz danach gesetzlich zunächst erheblich eingeschränkt und diesen bald darauf gänzlich ein Ende gesetzt wurde.

Lit.: Pickering, David: Lexikon der Magie und Hexerei. Augsburg: Bechtermünz Verlag, 1996.
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