Mondsüchtigkeit

Auch Mondsucht oder Lunatismus genannt, Phänomen, bei dem eine schlafende Person, ohne aufzuwachen, das Bett verlässt, umhergeht und zum Teil auch Tätigkeiten verrichtet. Das jeweilige Geschehen dauert meist nur einige Minuten. Es handelt sich um einen eigenartigen Dämmerzustand. Trotz ihres schlafähnlichen Zustandes nimmt die Person ihre Umgebung wahr.
Konditionen, die zum Schlafwandeln beitragen, sind eine genetische Veranlagung und eine vorhergehende Periode des Schlafverlustes, häufig aufgrund einer emotionalen Belastung. Hinzu kommt ein auslösender Faktor, z.B. übermäßiger Koffein- oder Alkoholgenuss, die Einnahme von Schlafmitteln, Antidepressiva und Antipsychotika sowie periodische Atemstörungen, ausgelöst durch das Schlafapnoe-Syndrom. Der Auslöser verhindert den Non-REM-Schlaf nach der Periode des Schlafverlustes. Die Handlungen während des Schlafwandelns hängen letztlich von den Wahrnehmungen und Gefühlen vor dem Einschlafen ab.

Über die Häufigkeit von M. liegen lediglich Schätzungen vor: Erwachsene ein bis zwei Prozent chronisch, bei Kindern seien hingegen zwischen 10 und 30 Prozent betroffen. Allerdings wandeln nur 3 bis 4 Prozent der Kinder häufiger im Schlaf umher. In etwa 70 bis 80 Prozent der Fälle verschwindet die Neigung bis zur Pubertät. Auch bei Erwachsenen tritt das Phänomen nur einmalig oder wenige Male auf. > Somnambulismus.

Lit.: Oliver, Maria Antonia: Mondsüchtig. Hamburg: Argument-Verl., 2003.
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