Mondorakel

Bei den sog. M.n handelt es sich nahezu ausschließlich um astrologische Abhandlungen, wenngleich sich auch solche mit magisch-mantischen Praktiken finden. Es wird angenommen, dass es schon im Altertum Mischformen gab. Texte sind jedoch erst aus dem Spätmittelalter erhalten. Feststellen lässt sich eine Kombination von Beschwörungen, Zeichen und Formeln.
Anhänger solcher Künste mussten mit bestimmten Utensilien ausgestattet, z.B. einem Weihrauchkessel und ausgewählten Opfertieren (Turteltauben, Hahn, Gans), in vorgeschriebener Kleidung eine genau bezeichnete Landschaft, beispielsweise ein Flussufer, aufsuchen. Dort sollten sie beim Opfer die im Text abgebildeten Geheimzeichen malen und den Mond anrufen, von dem man sich die Erfüllung der vorgetragenen Wünsche erhoffte. Die aufzuzeichnenden magischen Chiffren waren Symbole für Planetenzeichen aus der hebräischen Malachimschrift.

Lit.: Habiger-Tuczay, Christa: Magie und Magier im Mittelalter. München: Diederichs, 1992.
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