(Mhd. mâne; lat. luna), der einzige natürliche Satellit der Erde. Sein Name ist etymologisch verwandt mit Monat und bezieht sich auf die Periode seines Phasenwechsels.
Die älteste bekannte Darstellung des Mondes ist eine 5.000 Jahre alte Mondkarte aus dem irischen Knowth. Als weitere historisch bedeutende Abbildung in Europa ist die Himmelsscheibe von Nebra zu nennen.
Seit jeher wird der M. auch mit Magie, Fruchtbarkeit und den geheimen Kräften der Natur in Verbindung gebracht. Er reflektiert Licht und wurde deshalb als „Trichter“ gesehen, der das Licht der Sterne und Sternbilder anzeigt und deren Energie auf die Erde überträgt. In den ersten Kalendern wurde die Zeit nach Monden berechnet.
In der Astrologie ist der M. nach der Sonne der bedeutendste Himmelsköper, weil sich seine Bewegung durch alle Zeichen des Tierkreises hindurch stark auf das persönliche Horoskop auswirke, insbesondere auf die Gefühls- und Gemütslage. Der Vollmond soll u.a. die Ursache für psychische Unruhe und Reizbarkeit, für schlechten Schlaf und Schlafwandeln sein. In der Volksmythologie ist dies der Zeitpunkt, zu dem sich gewisse Menschen angeblich in Werwölfe verwandeln. Der Stand des Mondes soll auch den Menstruationszyklus der Frau sowie Empfängnis und Geburt steuern.
Nicht zuletzt wurden die religiösen Vorstellungen der Menschen schon früh vom M. beeinflusst. In vielen Schöpfungsmythen nimmt er neben Sonne und Erde einen wichtigen Platz ein, ebenso in der mesopotamischen Astralreligion.
Während der M. im mediterran-romanischen Kulturkreis weiblich ist (z.B. it. la luna) und die Sonne männlich (it. il sole), ist er in germanischen Kulturen männlich und „die“ Sonne weiblich. Zudem sei er schicksalsbestimmend: Abnehmender M. und M.finsternis gelten als ungünstige, Neu- und Vollmond hingegen als günstige Zeiten und daher als Initiations- und Opferzeiten.
Im Tarot ist der M. jene Karte, die den biologischen und geistigen Evolutionsprozess symbolisiert. In der Symbolik des Mondes überwiegt das Symbol Wasser. In der Kabbala symbolisiert er den Pfad zwischen Malkuth und Jesod. Im christlichen Kontext wird Maria auf einer M.sichel stehend dargestellt, was gemäß der Offenbarung des Johannes ihre Rolle als Siegerin über Sünde und Tod zum Ausdruck bringt („Dann erschien ein großes Zeichen am Himmel: eine Frau, mit der Sonne bekleidet; der Mond war unter ihren Füßen…“, Offb 12, 1-18).
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