Monade

Auch Monas (altgriech. monás, Einheit, Einfachheit), meint naturphilosophisch eine gedachte Einheit von zugleich physischer und psychischer Bedeutung. Von der Urstofflehre der Vorsokratiker unterscheidet sich die Monadenlehre durch die Anwendung mathematischer Methoden auf die sich ergebenden Fragen, vor allem im Hinblick auf die seit René Descartes vollzogene begriffliche Trennung von Res extensa und Res cogitans. Sie erscheint damit als holistischer Aspekt des Leib-Seele-Problems. Die Geschichte der Philosophie kennt unterschiedliche Bedeutungen des Begriffs Monade, deren Grundaspekte blieben jedoch erstaunlich konstant. Sie beginnen bei den Pythagoreern und entfalten sich insbesondere im Neuplatonismus, in der christlichen Mystik, der jüdischen Kabbala und in der hermetischen Tradition. Später bündeln sich dann nahezu alle in der Monadenlehre von Gottfried Wilhelm Leibniz, der Leibnizschen Monadologie, bevor sie im 19. Jh. in Spezialbedeutungen auseinanderfallen.

Lit.: Tarde, Gabriel: Monadologie et sociologie (dt. Monadologie und Soziologie). Revue Internationale de Sociologie 1893. Frankfurt/M.: Suhrkamp, 2008.
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