Moly

(Altgriech. mōly bzw. mṓly = mṓlyza, „Knoblauch“), bezeichnet in der griechischen Mythologie und in der antiken Heilkunde eine zauberwirksame bzw. gegen Bezauberung wirkende Pflanze mit weißer Blüte und schwarzem Wurzelstock, die laut Homer „schwer auszugraben und zu finden sei“. Erstmals erwähnt wird das Gewächs in der Odyssee. Odysseus berichtet dort, wie Hermes ihm das Kraut als Schutz gegen die Hexenkünste der Kirke mitgegeben habe, die seine Gefährten auf der Insel Aiaia teilweise in Schweine verwandelt hatte.
Das Rätsel um die sagenumwobene Zauberpflanze M. ist jedoch bis heute ungelöst. Ihre botanische Identität bleibt ungewiss. Dementsprechend lang ist die Deutung der in Frage kommenden Pflanzen. Ganz oben auf der Liste stehen die Lauchgewächse (bot. Allium). So gehen die Kräuterbücher des 17. und 18. Jahrhunderts, die sich auf Schriften antiker Ärzte und Botaniker stützen, von der Annahme aus, es handle sich um eine Lauchart.
Möglicherweise ist der „Zauberlauch“ aber auch nur eine mythologische Erfindung.

Lit.: Rahner, Hugo: Die seelenheilende Blume: Moly und Mandragore in antiker und christlicher Symbolik. Eranos-Jahrbuch, Bd. 12 (1945), S. 118-239.
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