Moll, Albert

(* 04.05.1862 Polnisch Lissa; † 23.09.1939 Berlin), Neurologe, als Jude geächtet, 1896 Konversion zum Protestantismus; 1885 Dr. med. mit einer Dissertation bei R. Virchow; ab 1887 Neurologie in Berlin; setzte in seinen Therapien auch Hypnose ein. Pionier der Sexualwissenschaft, Gründer einer Internationalen Gesellschaft für Sexualforschung 1913; einer der erbittertsten Gegner der Parapsychologie. Doch eigentlich war es sein Anliegen, den Spiritismus seiner Zeit zu demaskieren. M. lehnte die Psychoanalyse ab und war mit den Kollegen Magnus Hirschfeld und Sigmund Freud verfeindet. Merkwürdigerweise starb er am gleichen Tag wie Freud.

W.: Der Hypnotismus. Berlin, 1889; Der Rapport in der Hypnose: Untersuchungen über den tierischen Magnetismus. Leipzig: Ambrosius Abel, 1892; Prophezeien und Hellsehen: Wege zur Erkenntnis. Stuttgart: Franckhʼsche Verlagshandlung, 1922; Der Spiritismus: Wege zur Erkenntnis. Stuttgart: Franckhʼsche Verlagshandlung, 1925; Psychologie und Charakterelogie der Okkultisten (1929).
Lit.: Kröner, in: Psychische Studien 1921, 8; Cario, Dorothea: Albert Moll (1862-1939): Leben, Werk und Bedeutung für die Medizinische Psychologie. Diss., Univ. Mainz, 1999.
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