Molitor(is), Ulrich

(Ca. 1442-1507/08), Jurist, Notar am bischöflichen Gericht in Konstanz, um 1495 Kanzler des Herzogtums Tirol, bald darauf Prokurator am Reichskammergericht. Seiner Ansicht nach verführe der Teufel die Menschen; die den Hexen vorgeworfenen Taten (Hexenflug, Schadenzauber) würden ‒ entgegen den Behauptungen des Hexenhammers ‒ nur in der Einbildung bestehen. Andererseits war M. jedoch ein Befürworter der Verbrennung der Hexen, die er wegen des Teufelspaktes als Ketzerinnen betrachtete.

W.: „De Lamiis et Phitonicis Mulieribus tractatus pulcherrimus“ (über Hexen und Wahrsagerinnen). Constantz, 1489 (dt.: Von Hexen und Unholden. Ein christlicher, nuetzlicher und zu diesen unsern gefaehrlichen Zeiten nothwendiger Bericht auß Gottes Wort, Geistlichen und Weltlichen Rechten, auch sonst allerley Historien gezogen. Übersetzt von Conradus Lautenbach. Straßburg, 1575.
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