Mörl, Maria von

(* 15./16.10.1812 Kaltern, Südtirol; † 11.01.1868 ebd.), stigmatisierte Mystikerin.
M. war Adelige, zweites von zehn Kindern und schon mit sechs Jahren krank. 1832 hatte sie erste Ekstasen, ab 1834 trug sie die Stigmen. Da M. in ganz Europa bekannt war, kamen zahlreiche Besucher zu ihr (z.B. Adolph Kolping, Clemens Brentano, Ignaz Döllinger, Joseph Görres).
Nach dem Tod ihres Vaters 1840 zog sie sich in das Kloster der Terziarschwestem in Kaltern zurück. Ihr Seelenführer war der Kapuzinerpater Johannes Soyer (1798-1865), der sie als Einziger aus ihren Ekstasen kraft des Gehorsams zurückholen konnte. Ihre paranormalen Phänomene sind wohl im diffusen Grenzgebiet zwischen Dissoziation und Mystik angesiedelt.

Lit.: Prantauer, Simon: Die ekstatische Jungfrau und Mystikerin Maria von Mörl (1812-1868). Bozen, 1868; Grandi, Ignaz: Maria von Mörl: die Stigmatisierte aus Kaltern in Südtirol. Hauteville: Parvis Verlag, 1977; dies.: Maria von Mörl (1812-1868): Leben und Bedeutung einer ,stigmatisierten Jungfrauʽ aus Tirol im Kontext ultramontaner Frömmigkeit. Brixen: A. Weger, 2004 (Diss., Kath.-Theol. Fakultät Tübingen); Priesching, Nicole (Hrsg.): Unter der Geißel Gottes: das Leiden der stigmatisierten M. v. Mörl (1812-1868) im Urteil ihres Beichtvaters. Brixen, 2007.
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