Moche

Kultur an der trockenen Nordküste Perus (ca. 400 v. Chr. bis ca 700 n. Chr.). Die M. errichteten aus getrockneten Lehmziegeln riesige pyramidenförmige Bauten, die z.T. religiösen Zwecken dienten. Eine der wichtigsten Quellen zu ihrer Religion ist die figürliche und bemalte Keramik mit symbolischen Darstellungen und Szenen des täglichen Lebes. Grabbeigaben zeugen von einem Glauben an ein Fortleben nach dem Tod, das man sich offenbar in einem Jenseits über dem Meer vorstellte. Häufig abgebildete Mischwesen aus Pflanzen, Tieren und Menschen werden als Götter gedeutet, die in unterschiedlichen Zusammenhängen immer wieder anders dargestellt werden. Gezeigt werden Blut- und Menschenopfer, Wettläufe, Kämpfe und Totentänze.
Aus der M.-Kultur erwuchs ab ca. 1000 n. Chr. die Chimú-Kultur mit ihrer Hauptstadt Chan Chan. Bei der Eroberung durch die Inka um 1470 war die Stadt in zehn Distrikte unterteilt, die jeweils als Begräbnisstätte eines Herrschers dienten, der bei seinem Ableben von Schätzen, Tier- und Menschenopfern begleitet wurde. Die Toten genossen Verehrung und ihre Mumien wurden wie zu Lebzeiten umsorgt. Anders als im Hochland war bei den Chimú die Mondgöttin mächtiger als der Sonnengott.

Lit.: Auffahrt, Christoph/Kippenberg, Hans G./Michaels, Axel (Hrsg.): Wörterbuch der Religionen. Stuttgart: Kröner, 2006.
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