Mneme

(Altgriech. mnḗmē, Gedächtnis, Erinnerung), in der griechischen Mythologie eine der sog. titanischen Musen (im Unterschied zu den heute geläufigen, von Hesiod genannten neun Musen). M. ist die Muse der Erinnerung. Nach ihr ist auch der Jupitermond benannt, der 2003 entdeckt und zunächst unter dem Namen S/2003 J21 bekannt wurde.
Der Begriff M. wurde von dem deutschen Zoologen Richard Wolfgang Sermon (1859-1918) geprägt, der auch den Ausdruck Engramm einführte. Um das Problem der Vererbung erworbener Eigenschaften lösen zu können, nahm Semon an, Sinneseindrücke würden zu dauerhaften Veränderungen in den Nerven führen. Diese Engramme (Spuren) sind verantwortlich für Assoziation und Erinnerung und gehen zudem in das Erbgut ein. Die Summe dieser Veränderungen bezeichnet man als M., für die bislang allerdings kein Nachweis erbracht werden konnte.

Bonin, Werner F. : Lexikon der Parapsychologie und ihrer Grenzgebiete. Bern/München: Scherz, 1976.
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