Mithraismus

Auch Mithraskult, ein seit dem 1. Jh. n. Chr. im ganzen Römischen Reich verbreiteter Mysterienkult, in dessen Zentrum die Gestalt des Mithras stand. Während die Göttergestalt Mithra in Kleinasien seit dem 4. Jh. v. Chr. belegt ist, wird der römische M. erstmals von dem römischen Dichter Statius († 96) erwähnt. Die ältesten nachgewiesenen Mithräen stammen aus der Mitte des 2. Jahrhunderts, die spätesten aus der Mitte des 5. Jahrhunderts. Das Hauptmotiv auf Mithrasdenkmälern, Reliefs und Wandmalereien in Mithräen, die sog. Tauroktonie oder Stiertötungsszene, zeigt Mithras beim Töten eines Stieres.
Die Römer selbst glaubten, dass der Mithraskult aus Persien stamme. Viele antike Abbildungen zeigen Mithras gleichrangig mit dem Sonnengott Helios bzw. Sol oder als Sieger über den sich ihm unterwerfenden Sol/Helios. Mithras führte später zunehmend den Beinamen Sol invictus, also „unbesiegter Sonnengott“.

Anders als das Christentum wurde der Mithraskult im Römischen Reich zunächst nicht verfolgt. Erst als das Christentum im 4. Jh. n. Chr. unter Kaiser Theodosius I. zur Staatsreligion wurde, stand auf die Ausübung anderer Religionen die Todesstrafe. Als Folge davon ging der M. offenbar innerhalb kürzester Zeit unter.

Lit.: Quellenausgsaben: Vermaseren,Maarten J. (Hrsg.): Corpus inscriptionum et monumentorum religionis Mithriacae. Den Haag, 1956-1960.
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