(* 17.09.1930 Hereford, Texas; † 04.02.2016 West Palm Beach, Florida, USA), der sechste Mensch, der den Mond betrat; befasste sich auch intensiv mit paranormalen Fragen.
1952 schloss M. am Carnegie Institute of Technology sein Betriebswirtschaftsstudium mit dem Bachelor of Science in Industriemanagement ab. Im Folgejahr trat er der US-Marine bei, wo man ihn als Pilot für Aufklärungsflüge einsetzte. M. wurde Fliegeroffizier und übernahm 1958 als Offizier des Air Development Squadron 5 diverse Aufgaben im Bereich Forschungsprojekte. 1961 erlangte er an der Naval Postgraduate School den Master of Science in Aeronautical Engineering (Flugzeugbau) und 1964 das Doktorat in Aeronautics and Astronautics am Massachusetts Institute of Technology. Von 1964 bis 1965 war M. Marinevetreter des MOL (Manned Orbiting Laboratory-Project). Von 1965 bis 1966 besuchte er die Aerospace Research Pilot School zur Vorbereitung auf die Aufgaben als Astronaut und zur Klassifizierung als Testpilot.
1966 wechselte M. von der Marine zur NASA. Am 4. April 1966 wurde er mit der fünften Auswahlgruppe in das Astronautenkorps der NASA aufgenommen. Gemeinsam mit Gordon Cooper und Donn Eisele bildete er die Ersatzmannschaft von Apollo 10 und sollte im gegebenen Fall als Pilot der Mondlandefähre zum Einsatz kommen. Am 6. August 1969 gab die NASA die Mannschaft für Apollo 14 bekannt, wiederum mit Edgar M. als Pilot der Mondlandefähre.
1970 wurde M. von Präsident Richard Nixon mit der Presidential Medal of Freedom (Freiheitsmedaille des Präsidenten) ausgezeichnet, einer der beiden höchsten zivilen Auszeichnungen der Vereinigten Staaten. Der Start von Apollo 14 zum Mond mit den Astronauten Stuart Roosa, Alan Shepard und Edgar Mitchell erfolgte am 31. Januar 1971, die Rückkehr am 9. Februar 1971.
Am 1. Oktober 1972 schied M. bei der NASA aus und gründete eine eigene Firma, die Edgar Mitchell Corporation in Palm Beach (Florida). Außerdem gründete er das Institute of Noetic Sciences, das sich mit Bewusstseinsveränderungen befasst, wie er sie nach der Landung auf dem Mond bei sich selbst beobachtet haben will. Überhaupt wandte sich M. nach seinem Ausscheiden aus der NASA verstärkt paranormologischen Themen und deren Erforschung zu.
1984 wurde er zum Mitbegründer der Association of Space Explorers. Darüber hinaus gehörte M. zu den Erstunterzeichnern des Aufrufs für eine Parlamentarische Versammlung bei den Vereinten Nationen, die ein erster Schritt zu einem Weltparlament sein sollte.
Am 23. März 2016 wurde ein 1998 entdeckter Asteroid nach ihm benannt: (39882) Edgarmitchell.
Neben der Astronautik interessierte sich M. vor allem für die verschiedenen Bewusstseinsformen und für paranormale Phänomene, weshalb der Paranormologe Andreas Resch und der Regisseur Rolf Olsen ein Interview mit M. in ihren Film „Reise ins Jenseits“ einbauten.
Bereits auf dem Rückflug von Apollo 14 hatte M. eine starke Savikalpa Samādhi-Erfahrung, ein strukturiertes Einheitserlebnis. Zudem führte er mit Freunden auf der Erde privat Experimente in Hinblick auf Außersinnliche Wahrnehmung durch. Die Ergebnisse dieser Experimente wurden 1971 im Journal of Parapsychology veröffentlicht. In seinem 1974 erstmals erschienenen Sammelband Psychic Exploration, in Zusammenarbeit mit John White, deckte M. mit Beiträgen der damaligen Forscher auf 708 Seiten die verschiedensten Bereiche der Paranormologie ab. Es dürfte, laut M., inzwischen klar geworden sein, dass die objektive und rationale Beobachtung von sich aus nicht in der Lage sei, ein ethisches und soziales System zu entwickeln, welches die individuellen Interessen erfüllen könne. Auf dem Höhepunkt der Beobachtungen der Erde und des Kosmos vom Mond aus wurde für M. die Anwesenheit des Göttlichen nahezu greifbar und er wusste, dass das Leben im Kosmos nicht durch Zufall entstanden war.
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