Mirakelbuch

Sammlung von Wunderberichten, die sich meist auf einen bestimmten Heiligen beziehen, dem die gesammelten Wunder zugeschrieben werden, oder auf einen Wallfahrtsort, zu dem sie in Beziehung stehen.
Die literarische Gattung lässt sich in der Geschichte des Christentums bis in die Spätantike zurückverfolgen; Beispiele gibt es allerdings bis in die Gegenwart. Als Blütezeit der Gattung gilt das Barockzeitalter.
Man unterscheidet zwei Typen von Mirakelbüchern:
Erzählungen, die von den Taten eines Heiligen noch zu dessen Lebzeiten berichten;
Gründungslegenden von Wallfahrtsorten, Geschichten von Gnadenbildern, Heilungen und Erhörungen von Pilgern.
Mit der Erfindung und Ausbreitung des Buchdrucks und der Popularisierung durch die Verwendung der deutschen Sprache fanden Mirakelbücher in der frühen Neuzeit weite Verbreitung und waren daher auch für spezifische Elemente der Volksfrömmigkeit prägend.

Lit.: Deutsche Mirakelbücher zur Quellenkunde und Sinngebung. Düsseldorf: Schwann, 1938.
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