Ming

1. (Chin., lichttragend) taoistische Erleuchtung. Nach Lao-Tzu wird diese durch Erkenntnis und Akzeptanz der Tatsache erlangt, dass alle Dinge zu ihrer eigentlichen Wurzel (Fu) zurückkehren. Das heißt, nach dem Tao zu leben, als Rhythmus und Wiederkehr.
2. Das Mandat des Himmels im Konfuzianismus, der Wille des Himmels (Tʼien). Später verstand man darunter Beschränkungen im Universum, die den Handlungen des Menschen Grenzen setzen, weil sie unveräußerlich sind (z.B. das, was man als „Naturgesetz“ bezeichnen könnte). M. zu erkennen und nach ihm zu handeln, ohne auf den Erfolg oder Misserfolg der Handlung zu achten, wird als ein Ideal des Konfuzianismus betrachtet.

Lit.: Bowker, John (Hrsg.): Das Oxford-Lexikon der Weltreligionen. Darmstadt: Wiss. Buchges., 1999.
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