Minerva

Italische Göttin, die möglicherweise über die Etrusker nach Rom kam und von diesen als Menrva verehrt wurde. Seit dem Ende des 3. Jh. v. Chr. setzte man sie der griechischen Athene gleich. Neben ihrer Funktion als Schutzgöttin Roms war M. auch Schirmherrin der Handwerker, Dichter und Lehrer und als Minerva Medica der Ärzte.
Der Stiftungstag ihres Tempels auf dem Aventin war zugleich ihr Hauptfest in Rom, die sog. Quinquatrus (19.-23. März). Obwohl auch Kriegsgöttin galt sie im Gegensatz zu Mars als Göttin des Verteidigungskrieges.
Ihre Gestalt kam in manchen Dingen später Maria, der Mutter Gottes, gleich. Dies bezeugt am besten der Name der 1280 auf einem ehemaligen Minerva-Tempel in Rom erbauten christlichen Kirche Maria sopra Minerva.
Ebenso lebt ihr Name im medizinischen Bereich heute noch fort als sog. Minerva-Gips bzw. als dessen Weiterentwicklung, der Minerva-Orthese, zur maximalen Immobilisation der Halswirbelsäule nach einschlägigen Verletzungen.

Lit.: Hunger, Herbert: Lexikon der griechischen und römischen Mythologie. Wien: Verlag Brüder Hollinek, 8., erw. Aufl. 1988.
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