Millenarismus

(Lat. millenium, Jahrtausend; paralleler Begriff: Chiliasmus (griech. chilias, Tausend), Vorstellung von einem Tausendjährigen Reich am Ende der Zeiten, das dem Weltgericht und einer neuen Schöpfung vorausgeht. Die Lehre entstand in der jüdischen Apokalyptik, wo zwei Endzeiterwartungen nebeneinander existierten:
1. Die nationale, die darauf hoffte, dass nach einem siegreichen Glaubenskrieg das messianische Reich errichtet werde.
2. Die universale, die von einem Weltuntergang und einer Neuschöpfung ausging, wobei die „Gerechten“, d.h. die getreu dem religiösen Gesetz Lebenden, gerettet würden.
Der Begriff M. wird auch allgemein als Bezeichnung für den Glauben an das nahe Ende der gegenwärtigen Welt verwendet, zuweilen verbunden mit der Erschaffung eines irdischen Paradieses; oder für einen apokalyptischen Fatalismus im Zusammenhang mit einer Jahrtausendwende.

Lit.: Biewald, Roland: Kleines Lexikon des Okkultismus. Leipzig: Melizke, 2005.
Setze ein Lesezeichen für den Permalink.