Milchstraße

(Griech. galaxias; gala, Milch). Seinen Namen hat der breite Sternengürtel um die Himmelskugel von der griechischen Mythologie. Laut einer Version drückte Rhea zum Beweis ihrer Mutterschaft aus ihrer Brust die Milch, die in weitem Bogen über den Himmel spritzte. Nach anderer Überlieferung wurde die Milch von dem an der Brust der Hera saugenden Herakles verschüttet. Im Sohar, dem klassischen Buch der jüdischen Kabbala, trägt der glänzende Weg in der Mitte des Firmaments die Bezeichnung „himmlische Schlange“. Vom „Schlangenweg“ (oder „Götterweg“) sprechen auch die Inder. In chinesischen und japanischen Überlieferungen taucht die Vorstellung von einem „Fluss“ auf. In der germanischen Mythologie ist von einer zum Himmel führenden Brücke Bifrost die Rede. Einige Naturvölker sehen die M. als Sitz der Toten. Australische Stämme identifizieren sie als Rauch eines himmlischen Lagerfeuers, neben dem sich der Schöpfergott zur Ruhe begeben hat.

Lit.: Lurker, Manfred: Wörterbuch der Symbolik. Stuttgart: Kröner, 5. durchges. u. erw. Aufl. 1991.
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