Milch

Wie in kosmogonischen Mythen die Kuh zum Ursprung gehört, so auch die Milch. Einer indischen Überlieferung zufolge war die Welt am Anfang ein Milchmeer, aus dem durch Drehen der Weltachse Tiere und Menschen hervorgingen. Als erstes Nahrungsmittel des Neugeborenen ist die M. in ihrer Signifikanz dem Lebenswasser verwandt.
Altägyptische Reliefs zeigen, wie der König die M. vom Euter der Himmelskuh trinkt, d.h. himmlischer Kräfte teilhaftig wird.
Für die auf Gott Vertrauenden werden in der Endzeit „die Hügel fließen von Milch“ (Joel 4,18). Im 1. Petrusbrief ist das Verlangen nach M. gleichbedeutend mit der Sehnsucht nach Heil. Die Maria Galaktotrophusa (griech., Milchspenderin, lat. Maria lactans, stillende Maria) wurde zu einem beliebten ikongrafischen Motiv.

Lit.: Wiss, Karl: Die Milch im Kultus der Griechen und Römer. Berlin/Boston: de Gruyter, 2020.
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