Mictlán

(„Das, was unter uns ist“), eine der neun aztekischen Unterwelten und als soche Teil eines dreiteiligen Weltbildes, zu dem auch Tlaltícpac und Topán gehörten. M. war der Ort, an dem jene lebten, die eines natürlichen Todes gestorben waren. Bevor sie dort ankamen, mussten sie neun Prüfungen bestehen. Die Azteken glaubten allerdings auch, dass die Seele eines Menschen vier Jahre nach ihrem Tod für immer verschwinden würde.
Da die unterste der neun Unterwelten der Tiefland-Maya Mitnal heißt, nimmt man an, dass das Wort aus dem aztekischen Nahuatl stammt.

Lit.: Jones, David M./Molyneaux, Brian L.: Die Mythologie der Neuen Welt: die Enzyklopädie über Götter, Geister und mythische Stätten in Nord-, Meso- und Südamerika. Reichelsheim: Ed. XXL, 2002.
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