Michael

M., dessen hebräischer Name „Wer ist wie Gott“ bedeutet, ist nach Daniel (10,13-21) einer der ersten Himmelsfürsten. Im 9./10. Jh. kommt das Motiv des Drachenkampfes auf. M. tötet das Symboltier Satans und wird zum Schutzpatron des Hl. Röm. Reiches Deutscher Nation. Seit dem frühen Mittelalter wird M. auch auf Bergen verehrt. Bekannte Kultstätten sind der Monte Gargano in Apulien und Mont St. Michel in der Normandie. Als Geleiter der Seelen Verstorbener ist M. Patron der Friedhofskapellen. Bei Kirchen findet er sich vor allem auf der Westseite, der Seite des Sonnenuntergangs. Wenn der Festtag des hl. M. auf den 29. September fällt (Gedächtnistag der Einweihung der Michaelskirche in Rom, 493), dann steht er auch hier an der Schwelle zur dunklen, kalten Jahreszeit. Volksbräuche zeigen, dass mit dem M.tag die Sommerzeit zu Ende ist.
Das Attribut der Waage kennzeichnet den Erzengel als Seelenwäger beim Weltgericht. Andererseits soll er der Engel mit dem Schwert gewesen sein, der Adam und Eva aus dem Paradies vertrieb. Immer ist er Hüter der Schwelle.

Lit.: Lurker, Manfred: Wörterbuch der Symbolik. Stuttgart: Kröner, 1991.
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