Miasma

(Altgriech.), bedeutet so viel wie übler Dunst, Ansteckung, Befleckung, Besudelung, Verunreinigung und bezeichnete vor allem eine durch faulige Prozesse in Luft und Wasser verursachte krankheitsauslösende Materie. Der Bedeutungsumfang des Begriffes ist nicht rein auf den biologisch-medizinischen Effekt der „Krankheitsübertragung“ (miasmatische Infektion) beschränkt, sondern kann im übertragenen Sinn auch auf die geistig-emotionale Ebene angewandt werden.
Das Vorhandensein bzw. Wirken eines oder mehrerer Miasmen als größerer Krankheitszusammenhang hinter den bekannten Pathomechanismen einer akuten oder chronischen Erkrankung erklärte Phänomene, die später teilweise mit Konzepten wie Konstitution, Epidemie, Vererbung bzw. im psychischen Bereich auch als Fehlhaltung, Familienmythos usw. genauer beschrieben wurden. Neuere Aussagen über Miasmen oder miasmatische Belastungen eines Patienten sind nur vor dem Hintergrung der jeweiligen Miasmalehre zu verstehen.

Lit.: Pschyrembel. Wörterbuch der Naturheilkunde. Berlin: de Gruyter, 1996.
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