Einer der bestdokumentierten Spukfälle in der Geschichte der Parapsychologie. Im Januar 1967 begannen in einem Scherzartikel- und Souvenirladen in Miami, Florida, plötzlich mehrere Warenstücke durch die Luft zu fliegen, wobei sie merkwürdige Bahnen zogen. Beobachter der Vorgänge, zu denen auch Polizisten und ein Trickexperte zählten, konnten sich die Ereignisse nicht erklären.
Die beigezogenen Parapsychologen Josef G. Pratt und W.G. Roll identifizierten den 19-jährigen Julio Vasquez, einen kubanischer Einwanderer, der im Laden angestellt war, als Auslöser der Vorgänge. Auch als Julio und die anderen Anwesenden unter Beobachtung standen, ließen sich die Objektbewegungen feststellen.
Die Untersuchung konzentrierte sich auf jene Fälle, bei denen die Bewegungen vom Ausgangs- bis zum Endpunkt vollständig verfolgt werden konnten und Julios Standort bekannt war. Dabei zeigte sich, dass sich die Ereignisse nie vor Julio abspielten, sondern hinter ihm, in einem Kreissegment von ‒ 43° bis + 144°. Die Bewegungen in Julios Nähe waren meist kurz und radial, verliefen im Uhrzeigersinn, waren nach außen gerichtet, und lagen etwa bei der 144°-Linie. Im Gegensatz dazu waren die weiter entfernten Bewegungen eher lang, tangential, verliefen entgegen dem Uhrzeigersinn, waren nach innen gerichtet und lagen bei der 43°-Linie.
Obwohl die Beobachtungen keine eindeutigen Schlüsse zuließen, stellten die Spukforscher fest, dass die Bewegungen bestimmten Regeln zu unterliegen schienen. Julio wurde physiologisch (EEG) und psychologisch getestet. Während die physiologischen Untersuchungen auf keine Auffälligkeiten hinwiesen, zeigte sich bei der psychologischen Untersuchung, dass der Junge vor allem gegen Eltern-Figuren starke feindselige Gefühle hegte. Als solche kamen ihm wohl auch die Geschäftsinhaber vor (er hielt sie für Betrüger), denn die Störungen waren ein Effekt einer nicht anders kanalisierbaren Aggression.
Bei Tests an einer PK (Psychokinese)-Testmaschine im Labor der Duke Universität erzielte Julio überzufällige Ergebnisse.
Julio hatte Probleme mit seiner Familie und erst kürzlich einen Suizidversuch unternommen. Häufig kam er verärgert und deprimiert zur Arbeit. An Tagen, an denen er die größten psychischen Probleme hatte, waren die Phänomene an seinem Arbeitsplatz teilweise am extremsten.
Einige Monate nach Beginn der Ereignisse beging Julio einen Diebstahl (es heißt, er habe einen Ring für seine schwangere Freundin gestohlen) und kam für sechs Monate ins Gefängnis.
Damit endete der Spuk in Miami.
Julio arbeitete später an einer Tankstelle und wurde bei einem Überfall mehrfach angeschossen. Aufgrund von Arbeitsunfähigkeit verarmte er. Man bot ihm Unterstützung an, wenn er sich weiterhin für Untersuchungen seiner Fähigkeiten zur Verfügung stellen würde. Er lehnte jedoch mit der Begründung ab, dass er kein Versuchskaninchen sein wolle.
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