Messer

In zahlreichen Überlieferungen ein Symbol bedrohlicher Mächte, z.B. bei ägyptischen Unterweltsdämonen. In Ägypten durften die kultisch verwendeten M. nicht aus vom Menschen bearbeitetem Metall sein, sondern nur aus Stein. Das M. ist eine magische Waffe, es symbolisiert Abwehr und Unschädlichmachung. So wurde in der Hieroglyphenschrift das Bild des zu Seth gehörigen Esels mit einem Messer zwischen den Schultern versehen, um so seinen schädigenden Einfluss zu bannen. Schneidegeräten wurde apotropäische Bedeutung zugeschrieben.
Im Buddhismus haben die Gottheiten des schreckenerregenden Aspektes häufig ein M. als Attribut. Im alten Litauen wurden beim Totenmahl keine M. verwendet, da die Geister Angst vor Eisen hätten. Ein M. in der Hand alttestamentlicher Gestalten weist auf die Beschneidung und damit auf die Zugehörigkeit zum alten Bund hin. Der hl. Bartholomäus wird oft mit einem M. abgebildet, mit dem ihm die Haut vom Leib gezogen wurde.
Im germanischen Totenreich ist die Rede von dem mit M.n und Schwertern gespickten Fluss Slid. Auch der christlichen Visionsliteratur sind waffentragende Flüsse nicht unbekannt.

Lit.: Lurker, Manfred: Wörterbuch der Symbolik. Stuttgart: Kröner, 5. durchges. u. erw. Aufl. 1991; ders.: Lexikon der Götter und Symbole der alten Ägypter. Bern: Scherz, 2005.

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