Mesmer, Franz Anton

(* 23.05.1734 Iznang bei Radolfzell am Bodensee; † 05.03.1815 Meersburg/Deutschland), Wiederentdecker des animalischen (Heil-)Magnetismus, des nach ihm benannten „Mesmerismus“ als Vorläufer des Hypnotismus.
1750-1760 Studium von Theologie, Philosophie und Jura, ab 1760 auch Medizin; 1766 Promotion zum Dr. med. an der Univ. Wien mit der Arbeit „De influxu planetarum“. 1772 begann M. mit magnetischen Kuren. 1777 heilte er in Wien die seit ihrem dritten Lebensjahr blinde Klavierspielerin Maria Theresia Paradis von ihrer Blindheit. Sie war die Tochter des Privatsekretärs der Kaiserin.
(NB: Nach unserem heutigen psychotherapeutischen Verständnis litt Paradis aber wohl eher an einer dissoziativen Wahrnehmungsstörung, einer hysterischen Blindheit.)
Da M. als Scharlatan angesehen wurde, musste er Wien 1778 verlassen und übersiedelte nach Paris, wo er mit einem Kollegen eine Praxis für magnetische Behandlung eröffnete und großen Zulauf erhielt. Eine 1780 von König Ludwig XVI. eingesetzte Untersuchungskommission zweifelte die Heilerfolge von M. zwar nicht an, befand jedoch, dass die Phänomene auf Einbildung beruhten.
M. gründete auch eine Société de l’Harmonie (Gesellschaft der Harmonie zur Ausbildung der Magnetiseure). Berühmte Mitglieder waren Marquis de Puységur und seine zwei Brüder. Infolge der Französischen Revolution zog M. schließlich nach Meersburg am Bodensee. Sein Sterbehaus ist heute ein Weinmuseum. Sein Grabstein zeigt freimaurerische Symbole.

W.: Schreiben über die Magnetkur, Wien (1775); Kurze Geschichte des tierischen Magnetismus. Karlsruhe, 1783; Dr. Friedrich Anton Mesmer: Mesmerismus. Berlin, 1814.
Lit.: Tischner, Rudolf: Mesmer und sein Problem. Stuttgart, 1941; Benz, Enst: Franz Anton Mesmer. München, 1976; Florey, Ernst: Ars Magnetica. F.A. Mesmer, Magier vom Bodensee. Univ.Verl. Konstanz, 1995.
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