(* 31.01.1915; † 10.12.1968) Trappistenmönch und Schriftsteller. M. wurde in Frankreich geboren ging aber in England zur Schule und in den USA auf die Universität, wo er nach einer turbulenten Jugend Katholik wurde. Am 13. Dezember 1941 trat er als Postulant in die Trappistenabtei Our Lady of Gethsemani in Kentucky ein, erhielt beim Eintritt den Ordensnamen M. Louis und nach einiger Zeit die Erlaubnis zu schreiben. 1946 verfasste er im Auftrag des Abtes von Gethsemani seine Autobiografie, Der Berg der Sieben Stufen. Sein Erstlingswerk entwickelte sich zu einem Bestseller. Insgesamt brachte er es auf siebzig Veröffentlichungen. Posthum wurden auch seine Briefe in fünf Bänden und seine Tagebücher in sieben Bänden veröffentlicht.
1949 wurde M. in Gethsemani zum Diakon und einige Zeit später zum Priester geweiht. 1951 wurde er Präfekt für die Scholastiker, 1955 Novizenmeister. Seine Vorliebe für Zurückgezogenheit und Meditation führte ihn zur Beschäftigung mit dem Buddhismus und Zen. Ab 1956 bahnte sich physisch wie psychisch eine akute gesundheitliche Krise an. Seine innere Spannung löste sich erst, als ihm der Abt gestattete, sich zeitweise als Eremit in eine Klause zurückzuziehen.
Ab 1963 befasste sich M. zunehmend mit dem politischen Zeitgeschehen. Als Ernesto Cardenal, der unter M.s Leitung zwei Jahre lang Novize war, nach Mexiko ging, unterstützte er auch die revolutionären Kräfte in Nicaragua. Gleichzeitig entdeckte M. das kontemplative Leben als eigene Art der Anteilnahme und Hinwendung zu Lösungsmöglichkeiten weltlicher Probleme. 1966 zog er sich dauerhaft in ein Leben als Eremit zurück, schrieb aber weiterhin zahlreiche Werke, unterhielt Korrespondenzen und empfing Besuche.
1968 durfte M. das Kloster für einige Zeit verlassen, um in Bangkok an einer Konferenz asiatischer Mönche teilzunehmen, zu der er als Gastredner eingeladen war. Bei der groß angelegten Asienreise hatte er eine Reihe von Begegnungen, darunter auch mehrere Gespräche mit dem Dalai Lama.
Mertons Schaffen gilt als Bindeglied zwischen Buddhismus und Christentum.
Am 10. Dezember 1968 starb Merton 53-jährig wenige Minuten nach einem Vortrag in Bangkok im Hotel an einem Stromschlag. Am 17. Dezember wurde er in der Abtei Gethsemani beigesetzt.
W. (Auswahl): Schweigen im Himmel: ein Buch über das Leben der Mönche. Wiesbaden: Rheinische Verlags-Anstalt, 1957.