Merlin

Keltischen Ursprungs (walisisch Myrddin), Zauberer und Weiser der Artus-Epik, erstmals überliefert um 1335 bei Geoffrey von Monmouth. Nach Albrecht von Scharfensbergs gleichnamigem mittelhochdeutschen Versroman (Ende 13. Jh.) trug der Zauberer M. seinem Sohn Artus auf, die Tafelrunde zu gründen. M. stammte aus dem Zauberwald und trug Züge des traditionellen keltischen „sanften Weltmenschen“ (Lailoken). Über die Dichtung hinaus wurden ihm politisch brisante Weissagungen zugeschrieben (Verba Merlini, 1251/1254), sodass noch auf dem Konzil von Trient 1564 der „Merlini angli liber obscurorum praedictionum“ auf den Index der von der katholischen Kirche verbotenen Bücher gesetzt wurde.
Stoffe mit Bezug zu M. wurden u.a. von Wieland, Goethe, Heine und Uhland aufgegriffen und spielten in der Sagenforschung eine nicht unerhebliche Rolle.

Lit.: Die Sagen von Merlin/hrsg. von Albert Schulz alias San-Marte. Norderstedt: Vero-Verlag, 2013 (Nachdr. d. Originals aus dem Jahre 1853).
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