Merkur

Galt wie Hermes als Verbindungsmann zwischen Himmel und Erde, ebenso als Schutzpatron der Händler und Kaufleute. Vom Stamm seines Namens leiten sich die Wörter „merkantil“, „Kommerz“, „Merchandising“ und die für Geschäftsreisende gedachten „Mercure“-Hotels ab.
In Rom errichtete man M. als Beschützer des für die Stadt so wichtigen Kornhandels einen öffentlichen Kult. 495 v. Chr. wurde ihm am Circus maximus auf dem Aventin ein Tempel geweiht. Gleichzeitig entstand eine Zunft von Kaufleuten, deren Mitglieder sich mercuriales nannten.

Nach M. wurde Mercurii dies benannt, der vierte (heute dritte) Wochentag Mittwoch. Dies hat sich in manchen romanischen Sprachen (ital. mercoledì, frz. mercredi, span. miércoles, rumän. miercuri) und im Albanischen als e mërkurë bis auf den heutigen Tag erhalten.
Im Gegensatz zu den „männlichen“ Planeten Sonne, Mars und Jupiter und den „weiblichen“ Planeten Mond, Venus und Saturn gilt M. als Hermaphrodit. Sein astrologisches Zeichen enthält als einziges „Sonnenscheibe“ und „Mondsichel“.
In allem ist er Zwitter, unbeständig, wandelbar.

Lit.: Lurker, Manfred: Wörterbuch der Symbolik. Stuttgart: Kröner, 5. durchges. u. erw. Aufl. 1991.
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