Mensa Divinatoria

Bereits im Altertum bekannter Wahrsagetisch zur „Kontaktaufnahme mit Verstorbenen“. Tertullian (ca. 160-220) berichtet von Tischen, die dem Verkehr mit dem Jenseits dienten. Epidemisch wurde das Tischrücken in den USA nach den Vorfällen in Haus der Familie Fox in Hydesville am 1. April 1848.
Die übliche Technik besteht nach wie vor darin, dass ein Tisch am einfachsten mit drei Beinen so bewegt wird, dass er jeweils mit einem Bein auf dem Boden aufschlägt. Den einzelnen Schlägen wird zu Sitzungsbeginn eine besondere Aussage zugeteilt. Die Zahl der Teilnehmer ist variabel und hängt von der Größe des Tisches ab. Sie sitzen oder stehen um den Tisch herum un legen die Hände flach auf, und zwar so, dass sie sich jeweils mit dem kleinen Finger gegenseitig berühren.
Bei Kontakten mit Verstorbenen wird zumeist nach einem Gebet an den betreffenden Verstorbenen die Frage gestellt, ob er geneigt sei, sich dem Kreis durch Klopflaute kundzutun; dabei vereinbart man, dass ein Schlag ein Ja, zwei Schläge hingegen ein Nein bedeuten, und beginnt mit der rhythmischen Bewegung des Tisches. Nach erfolgter Zusage fährt man mit der Bewegung des Tisches fort und weist den einzelnen Schlägen spezifische Bedeutungen zu, etwa jene von Buchstaben, die man dann jeweils notiert.

Ein völliges Dafürhalten, dass die durch die Bewegung des Tisches erfolgten Antworten mit Sicherheit vom Verstorbenen oder sonst einem „Geist“ stammen, kann jedoch verheerende Folgen haben. Es kann ein psychotischer Zustand herbeigeführt werden. Realitätskontrolle ist somit oberstes Gebot!

Lit.: Resch, Andreas: Fortleben (Reihe R; 1). Innsbruck: Resch, 2004.
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