(* 09.07.1887 Hohnhurst; † 10.08.1972 Basel), deutsch–schweizerischer Arzt, Psychoanalytiker und Begründer der europäischen Bewegung der Psychohygiene.
Während des Ersten Weltkriegs wurde M. von 1915 bis 1918 als Militärarzt eingezogen, wo ihn der Psychoanalytiker Karl Landauer auf die Psychoanalyse aufmerksam machte. Von 1918 bis zu dessen Tod stand M. in der Folge in Briefkontakt mit Sigmund Freud, machte 1921 eine Lehranalyse bei dem österreichischen Arzt und Psychoanalytiker Paul Federn in Wien und 1922 bei Hanns Sachs in Berlin. Ebenfalls 1922 gründete M. mit Erich Fromm und Frieda Fromm-Reichmann die „Südwestdeutsche psychoanalytische Arbeitsgemeinschaft“. Ab 1923 arbeitete er am Berliner Psychoanalytischen Institut. Im gleichen Jahr wurde M. von der Sowjetführung als Berater bezüglich der Krankheit Lenins nach Moskau gebeten. Im Zuge dessen hielt er sich auch bei dem Verhaltensforscher Iwan Petrowitsch Pawlow auf. Von 1925 an war er am homöopathisch ausgerichteten Robert-Bosch-Krankenhaus in Stuttgart tätig und wurde dort ab 1926 Chefarzt der „Inneren Frauenabteilung“.
1933 emigrierte M. in die Schweiz, eröffnete eine psychoanalytische Privatpraxis und lehrte von 1933 bis 1939 als Dozent an der Volkshochschule. 1937 wurde er Lektor für Psychohygiene an der Universität Basel, 1938 Dozent. Nach dem Krieg wurde M. 1945 in Basel zum a.o. Professor ernannt und auf den eigens für ihn errichteten ersten europäischen Lehrstuhl für Psychohygiene berufen. Damit war auch das Recht verbunden, wieder ärztlich tätig zu werden. Zwischen 1935 und 1950 gab M. die Bücherreihe „Psychohygiene. Wissenschaft und Praxis“ heraus. 1956 wurde er emeritiert.
Mit Georg Groddeck und Viktor von Weizsäcker arbeitete M. an den Grundlagen der Psychosomatik. Sein Gebiet war die Prävention psychischer Erkrankungen durch Psychohygiene sowie die Psychologie organischer Erkrankungen, für die er 1928 den Begriff „Organpsychose“ vorgeschlagen hatte.
Mengs Autobiografie wurde noch zu seinen Lebzeiten 1971 veröffentlicht. Das mit seiner Förderung vom Erftkreis in Brühl errichtete „Institut für Psychohygiene“ wurde 1973 in „Heinrich-Meng-Institut“ umbenannt.
Was die Paranormologie betrifft, war M. Mitherausgeber der Zeitschrift für Parapsychologie und Grenzgebiete der Psychologie. Er arbeitete u.a. über Wunderheilungen und den Komplex Parapsychologie und Psychohygiene.
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