Melancholie

(Lat. melancholia, melancolia, altgriech. melancholía, „Schwarzgalligkeit“, aus melas, „schwarz“, und cholḗ, „Galle“). Nach der bis in das 19. Jh. in der europäischen Medizin vorherrschenden Humoralpathologie (Viersäftelehre) bezeichnet M. eine durch Schwermut bzw. Schwermütigkeit, Schmerz, Traurigkeit oder Nachdenklichkeit geprägte Gemütsstimmung, die in der Regel auf keinen bestimmten Auslöser oder Anlass zurückgeht. In Bezug auf eine psychische Disposition oder ein Krankheitsbild wurde der Begriff M. im 20. Jh. weitgehend durch den Terminus Depression ersetzt. Der Melancholiker ist ein Mensch, bei dem das melancholische Temperament überwiegt.
Der Begriff M. ist Gegenstand von Philosophie, Medizin, Psychologie, Theologie und Kunst. Ähnliche Bedeutung haben der romantische Weltschmerz und der Trübsinn.

Lit.: Flashar, Hellmut: Melancholie und Melancholiker in den medizinischen Theorien der Antike (Habilitationsschrift 1965). Berlin: de Gruyter, 1966; Földényi, László: Melancholie. München: Matthes & Seitz, 1988.
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