Melampus

(Griech., „Schwarzfuß“), Seher (7./6. Jh.), Heiler und Sühnepriester, seine Historizität ist nicht eindeutig belegbar. Nachdem ihm als Kind im Schlaf von Schlangen die Ohren gesäubert worden waren, soll er die Sprache der Vögel verstanden haben und konnte so weissagen. Er heilte u.a. die Töchter des Königs Proitos von ihrem Wahnsinn und wurde dafür mit einem Drittel des Königreiches belohnt.
M. gilt als Stammvater einer ganzen Seherdynastie (Melampoiden), darunter die Seherin Manto und Amphiaraos, der den unglücklichen Ausgang des Zuges der Sieben gegen Theben voraussah.
In Argos wurde M. als Gründer des Dionysos-Kultes verehrt.

Lit.: Hunger, Herbert: Lexikon der griechischen und römischen Mythologie. Wien: Hollinek, 8., neubearb. Aufl. 1988.
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