Meergötter

So wurden all jene Götter genannt, die das Meer beherrschten, ihm enstammten oder darin wohnten (lat. dii marini). Oberste Herrscher waren Neptun und Amphitrite. Weiters zählten dazu Oceanus, Pontus und Thalassa; Venus als schaumgeborene Göttin; Nereus, Tethys, Proteus, Glaucus, die beiden letzten als wahrsagende Meeresgreise; Leucothea und ihr Sohn Palämon oder Melicertes; vergötterte Menschen; Charybdis und Scylla sowie die Sirenen und Ungeheuer; schließlich auch die Schar der Nereiden, Oceaniden, Tritonen und Meer-Zentauren.
M. konnten eine bedrohliche und eine gütige Seite haben, sowohl Tod als auch Leben bringen. Sie galten als Hüter reicher, oft verborgener Schätze oder kannten zumindest den Zugang zu ihnen.
Allen griechischen M.n wurde die Gabe der Weissagung und der Verwandlungsfähigkeit nachgesagt.
Der Widerstreit zwischen den Herrschern der Höhe und jenen der Meerestiefen kommt zum Ausdruck im Kampf Jahwes gegen Rahab (Hiob 26,12), Baals gegen den Meergott Jamm oder Thors gegen die Midgardschlange. In der irisch-keltischen Überlieferung ist die Rede von Manannan als „Sohn des Meeres“, bei den Germanen von Njörd, der den Fischern einen guten Fang und den Bauern reichen Erntesegen spendete. Auf Rhodos wurde Poseidon verehrt, dessen Attribute der Fisch, der Delphin und vor allem der Dreizack sind, das Symbol seiner Herrschaft über das Meer.

Lit.: Ninck, Martin: Die Bedeutung des Wassers in Kult und Leben der Alten. Darmstadt: Wiss. Buchges., 1967; Lurker, Manfred: Wörterbuch der Symbolik. Stuttgart: Alfred Kröner, 1991; Vollmer. Wilhelm: Wörterbuch der Mythologie. Erstadt: area Verlag, 2004.
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