Medizin, traditionelle chinesische

(TCM), auf vorbegrifflicher Naturerfahrung des alten China beruhende Heilkunde, deren Entstehung ca. 6.000 Jahre zurückliegt. Zu ihren Grundlagen gehören Vorstellungen wie jene von Yin-Yang als Zeithorizont und vom System der Fünf Elemente. Von der modernen westlichen Medizin unterscheidet sie sich vor allem durch eine ganzheitliche Auffassung vom Menschen, durch die Syndromdiagnostik und ein Verstehen des erkrankten Menschen von innen heraus. Die ganzheitliche Auffassung geht von der Grundannahme aus, dass sowohl der menschliche Organismus als auch die Beziehung zwischen Mensch und Natur eine Einheit bilden. Daraus folgt, dass der Mensch nicht nur als Gegenstand, Objekt oder Bild betrachtet werden kann, sondern das Verständnis von innen heraus nach dem Fluss der Lebenskraft (vgl. Qi) stattfinden muss. Aus diesem inneren Verständnis heraus werden Diagnostik und Therapie gelernt und praktiziert. Als Zentrum der Ganzheit des Organismus gelten die Fünf Speicherorgane (Leber, Herz, Milz, Lunge, Niere) und die Sechs Hohlorgane (Gallenblase, Magen, Dünndarm, Dickdarm, Blase, Drei Erwärmer) in Verbindung mit dem Fluss des Qi und des Bluts (Xue) in den Meridianen. Über diese können Veränderungen im Inneren des Organismus nach außen an die Körperoberfläche dringen und dort erkennbar werden sowie äußere Einflüsse in den menschlichen Körper eindringen. So kann z.B. eine Erkrankung aus dem Inneren des Körpers infolge stress- oder altersbedingter Verminderung der Abwehrkraft entstehen.

Lit.: Pschyrembel. Wörterbuch der Naturheilkunde. Berlin: de Gruyter, 1996.
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