Die ureigenste Form des Protobewusstseins, Verinnerlichungsprozess durch das offene Gespräch mit und unter den Inhalten (Gedanken, Gefühle, Empfindungen) des Langzeitgedächtnisses in einem Zustand der Entspannung und des mehr oder weniger vollkommenen Sinnesentzugs (psychologisch), verbunden mit teilweisen Gesprächen mit dem Kurzzeitgedächtnis.
M. ist durch folgende Merkmale gekennzeichnet:
‒ Somatische, psychologische und geistige Entspannung
‒ Psychologische Reduzierung der Sinneswahmehnung
‒ Reduzierung der zeitlichen und räumlichen Wahrnehmung
‒ Gespräch des Ichs mit
1) Inhalten des Langzeitgedächtnisses,
2) Inhalten des Langzeitgedächtnisses in Bezug auf Inhalte des Kurzzeitgedächtnisses,
3) dem Selbst: Erinnerungen ‒ Perspektiven, Kreativität, Wert (zeitlicher und ewiger)
‒ Gespräch zwischen den Inhalten des Gedächtnisses unter Aufsicht des Ichs und des Selbst.
Nach diesen angeführten Aspekten lassen sich auch die unzähligen Formen der M. verhältnismäßig leicht in Gruppen zusammenfassen. Wichtiger sind jedoch die Unterscheidung der M. von anderen Bewusstseinshandlungen sowie das Aufzeigen ihrer Inhaltsformen und der durch die M. hervorzurufenden Effekte.
1) Unterscheidung: Die M. ist zu unterscheiden von:
‒ der Konzentration,
‒ dem Gebet in Vigilanz,
‒ der Kontemplation, wegen der thematischen Fokalisierung,
‒ der Selbsthypnose, wegen der Autosuggestionswirkung,
‒ der Trance, wegen des Fehlens des Dialogs,
‒ der aktiven und passiven Regression, wegen des Rückzugs vom Gesamtdialog.
Diese Unterscheidungen sind nicht immer leicht, weil die Übergänge oft fließend sind, doch gehört zur M. das offene innere freie Gespräch, das auch die Inhalte bestimmt.
2) Inhalte: Die Inhalte der M. unterscheiden sich nach:
‒ den Inhalten des Langzeitgedächtnisses,
‒ den Inhalten des aktuellen Bewusstseinszustandes,
‒ den Erfahrungen und Wünschen, dem Bedeutungswert und der Kreativität,
‒ der Einstellung und der religiösen Dimension,
‒ der somatischen, psychischen und geistigen Befindlichkeit.
Aus diesen Gründen ist eine Wertung der Inhalte nur auf individueller Ebene möglich, was gleichzeitig besagt, dass auch Meditationsübungen diesen Aspekten Rechnung tragen müssen, sollen die gewünschten Effekte erzielt werden.
3) Effekte: Die Effekte der M. sind so vielfältig, dass hier nur die wesentlichsten genannt werden können:
‒ Reduktion von körperlichem, psychischem und geistigem Stress durch Entfaltung einer gewissen Stressimmunität;
‒ Steigerung der Vigilanz und des Gedankenflusses im Gegensatz zur Wirkung von Beruhigungsmitteln;
‒ Besserung (vor allem bei regelmäßiger M.) von durch Stress verursachten Krankheiten, wie Bluthochdruck, Kopfschmerzen, Bronchialasthma, Kreislaufstörungen usw.
‒ Verminderung der Beruhigungsmittel wie Rauchen (bis 57%) und Alkoholismus (bis 40%). Es scheint eine klare Beziehung zwischen der verwendeten Zeit für die M. (mit entprechenden Inhalten) und der Fähigkeit zu geben, den Betäubungsmitteln zu widerstehen, was besagt, dass ‒ wenn es durch M. gelingt, die Inhalte des Innenraumes zu harmonisieren ‒ Sedativa überflüssig werden.
‒ Stärkung des Selbstvertrauens und Minderung unangepasster Selbstkritik mit Zunahme der Toleranz anderen Personen gegenüber;
‒ Stärkung der inneren Unabhängigkeit im Sinne eines höheren Selbstbewusstseins und einer höheren Selbstsicherheit.
Als Hauptfaktoren dieser Effekte der M. können genannt werden:
‒ ein optimales Stimulierungsniveau,
‒ eine Wiederentdeckung des eigenen inneren Rhythmus,
‒ eine erhöhte Aktivität der rechten Hemisphäre mit Steigerung von Intuition und Gesamtschau
‒ Wechsel von der Ich-Kontrolle zum Selbstverständnis.
M. ist der Weg zur Selbstentfaltung. In ihr durchdringen unsere Überzeugungen uns ganz und gar und werden unser Lebensatem, ohne dass es eines bewussten Engreifens bedarf.