Intensive Vorstellungen von Angst und Freude können tiefgreifende Reaktionen hervorrufen, die unter gewissen Umständen sogar zum Tod führen, wie die Tragödie der Maori-Frau Mata Aruha eindrucksvoll bezeugt. Sie
übte als einfache Dorffrau Kritik an der Familie des Priesters Koro Tuna und zog sich dessen Drohung zu, dass er seine Macht gebrauchen könne. M. fürchtete sich nicht vor Koro Tuna als Mann, aber vor seiner Macht über Leben und Tod. Nachdem ihr Bruder plötzlich verstorben war, brachte sie ihr Bett in das Versammlungshaus des Dorfes. Am Nachmittag betrat Koro Tuna das Haus, nahm ihr die Zigarette aus der zitternden Hand und rauchte sie zu Ende, womit er ihren Tod symbolisierte. Bald darauf hatte M. Atembeschwerden. Bevor sie ihr Bewusstsein verlor, sagte sie: „Er tötet mich, dieser Koro Tuna!“ Gegen fünf Uhr früh atmete die Frau zum letzten Mal. Als Todesursache wurde bronchiales Asthma festgelegt. Laut dem australischen Forscher Roland Rose, der Leben und Tod der M. analysierte, starb sie an der Vorstellung der Macht von Koro Tuna über ihr Leben.
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