Lykanthropie

(Altgriech. lýkos, Wolf, und ánthrōpos, Mensch), bezeichnet die Verwandlung eines Menschen in einen Werwolf (Wolfsmenschen), wie sie in Sage, Märchen und Fiktion vorkommt. Der Begriff wird gelegentlich auch im Zusammenhang mit Vampirismus verwendet.
Im alten Griechenland existierte die Sage von König Lykaon von Arkadien, der wegen der Opferung seines Kindes von Zeus in einen Wolf verwandelt wurde. Im 15. und 16. Jh. betrachtete man die L. als eine Form der Besessenheit vom Teufel. Nach dem Malleus maleficarum ist der Werwolf kein wirkliches Tier, auch kein verwandelter Mensch, sondern ein Trugbild des Teufels. In der frühen Neuzeit wurde innerhalb Europas oftmals Hexerei für die L. verantwortlich gemacht. Nach der Legende konnte ein Werwolf, wenn er als Mensch wandelte, seine Wolfshaut innen tragen. Diese Verwandlung galt als reversibel.
Die Religionsethnologie sieht in der L. eine in psychopathologische Bereiche dringende Zerfallserscheinung der alten Wolfsmythologie.

Lit.: Hackenbroch, Eva: Die Lykanthropie: Mythos, Aberglaube, Krankheit. Ein Beitrag zur Geschichte psychopathologischer Begriffe. Med. Diss., Köln, 1968.
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