Lycosthenes, Conrad

Eigentl. Conrad Wolffhart (* 08.08.1518 Rufach, heute: Rouffach, Oberelsass; † 25.03.1561 Basel), Humanist und Enzyklopädist. Er gehört zu den bedeutenden Universalgelehrten des 16. Jahrhunderts.
Gerade im 16. und 17. Jh. erfreute sich eine Mediengattung besonderer Beliebtheit: der sog. Wunderzeichenbericht. Wunderzeichen wurden vor dem Hintergrund der Zeit also Unwetter, Naturkatastrophen, Hunger, Krankheit als Zeichen Gottes interpretiert. Sie galten als Ausdruck des Zorns Gottes über die Sündhaftigkeit der Menschen, aber auch im positiven Sinn als Aufruf zur Umkehr zu einem besseren Leben. In diese Zeit fällt das Werk von L., Prodigiorum ac ostentorum chronicon, das 1557 zunächst in lateinischer Sprache, im gleichen Jahr aber auch noch in deutscher Übersetzung erschien. Darin ist vor allem die Rede von Himmelszeichen, Missgeburten und Naturkatastrophen, doch finden sich vereinzelt auch Berichte über Blutwunder, Fastenwunder oder Prophetenkinder.

Werk: Prodigiorum ac ostentorum chronicon (1557); Wunderwerck oder Gottes unergründtliches vorbilden (1557).
Lit.: Beyer, Jürgen: Lycosthenes, Conrad, in: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL), Bd. 33. Nordhausen: Bautz, 2012.
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