Luziferaner

Name frühmittelalterlicher Satanistengruppen in Frankreich und Deutschland, deren Herkunft von und Verbindung zu gnostischen Sekten wie den Bogomilen, Paulikianern und Katharern sicher sein dürfte. Gemeinsames Merkmal dieser Gruppen ist eine Kultform, die man als Schwarze Messe bezeichnen kann. Man versammelt sich an einem Ort, wo Satan in Tiergestalt angerufen wird. Dazu kommen Hostienschändung und sexualmagische Orgien. Eine der ältesten Gruppen wurde 1022 in Orleans entdeckt, während andere Gruppen ihre Existenz bis in das 13. Jh. verborgen halten konnten. Von ihrer Lehre ist nur bekannt, dass diese auf dem Dualismus von Gott und Satan beruht und Letzteren als Schöpfer der sichtbaren Welt ansieht. Diese mittelalterlichen Gnostiker verwarfen das Alte Testament, die Sakramente und die Auferstehung Christi. Gegen sie richtet sich das Dekret Vox in Roma von Papst Gregor IX. vom 13. Juni 1233. 1227 hatte der Papst den Theologen Konrad von Marburg beauftragt, gegen diese Gruppen in Deutschland vorzugehen.

Lit.: Marc-Roberts-Team: Lexikon des Satanismus und des Hexenwesens. Graz: Verlag für Sammler, 2004.
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